Nachbehandlung von Beton gemäss Norm SIA 262:2013

  • Ziffer 6.4.6.1: Art und Dauer der Nachbehandlung hängen von den Witterungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind), der Temperatur und der Festigkeitsentwicklung des Betons, der Schalung sowie der Geometrie der Bauteile und  den Anforderungen ab.
  • Ziffer 6.4.6.2: Der Beton ist unverzüglich und solange gegen Auswaschen, vorzeitiges Austrocknen durch Sonnenbestrahlung oder Wind, starke Temperaturwechsel und schädliche Erschütterungen zu schützen, bis er eine genügende Festigkeit entwickelt hat.
  • Ziffer 6.4.6.3: Es sind Massnahmen zu treffen, um den Beginn des Schwindens so lange zu verzögern, bis der Beton eine genügende Zugfestigkeit erreicht hat.
Somit wird von der SIA 262 unter Nachbehandlung verstanden:
  • Schutz gegen Auswaschung,
  • Schutz gegen Austrocknung,
  • Schutz vor starken Temperaturwechseln,
  • Schutz gegen schädliche Erschütterungen
  • Verzögerung des Schwindens.
Übliche Schutzmassnahmen gegen das Austrocknen von Beton sind:
  • Belassen in der Schalung
  • Abdecken mit Folien
  • Auflegen wasserspeichernder Abdeckungen
  • Aufbringen flüssiger Nachbehandlungsmittel
  • kontinuierliches Besprühen mit Wasser,
  • Unterwasserlagerung (Fluten) und
  • eine Kombination dieser Verfahren.
In der SIA 262:2013 werden 4 Nachbehandlungsklassen definiert. Die Dauer der Nachbehandlung orientiert sich an der Festigkeitsentwicklung. Die Nachbehandlungsklasse 3 wäre z.B. bei bewitterten Fassaden (XC4) und die Nachbehandlungsklasse 4 im Tiefbau z.B. bei der Anwesenheit von Tausalzen (XD3) zu fordern.

Dauer der Nachbehandlung für verschiedene Nachbehandlungsklassen gemäss Tabelle 22 der SIA 262:2013;
 
Nachbehandlungsklassen NBK 1 2 3 4
Dauer (Stunden) 12* - - -
Anteil der charakt. Druckfestigkeit nach 28 Tagen [%] - 35 50 70
Anforderungen - normal erhöht hoch
Expositionsklasse - XC2 XC4 XD3, XF4
Druckfestigkeitsklasse nach NPK   C25/30
B
C30/37C

 
C 30/37
E F G
Mindestdruckfestigkeit an der Randzone [N/mm2]   10.5 18.5 25.9
*sofern das Abbinden nicht länger als 5 Stunden dauert und die Betontemperatur an der Oberfläche mindestens 5° C beträgt.
 
Alternativ zu diesem Konzept wird in Tabelle 2 die Nachbehandlungsdauer von der Oberflächentemperatur des Betons und der Festigkeitsentwicklung r bei 20°C  abhängig gemacht. Ersteres ist vom Unternehmer täglich zu messen, letzteres kann beim Betonwerk angefragt werden. Die Festigkeitsentwicklung r wird durch den Quotienten aus der 2 zur 28 Tage Würfeldruckfestigkeit angegeben. Für Beton mit einem schnell und normal erhärtenden Zement beträgt r ≥ 0.5 für einen mit langsam erhärtenden Zement > 0.30.

Mindestnachbehandlungsdauer in Abhängigkeit von der Festigkeitsentwicklung des Betons, der Temperatur und der Nachbehandlungsklasse (Tabelle 23 der SIA 262).
 
  Mindestnachbehandlungsdauer [Tage] 1)
Festigkeitsentwicklung (r) bei 20 °C schnell mittel langsam sehr langsam
r ≥ 0.50 0.50 > r ≥ 0.30 0.30 > r ≥ 0.15 r <0.15
Nachbehandlungsklasse 2 3 4 2 3 4 2 3 4  
 
TOberfläche Beton  3) [°C]
T ≥ 25 1,0 1,5 3 1,5 2,5 5 2,5 3,5 6 spezielle Anforderungen sind festzulegen
25 > T ≥ 15 1,0 2,0 5 2,5 4 9 5 7 12
15 > T ≥ 10 1,5 2,5 7 4 7 13 8 12 21
10 > T ≥ 5 2) 2,0 3,5 9 5 9 18 11 18 30
1) Bei mehr als 5 h Verarbeitbarkeitszeit (Zeitraum, während dessen der Beton mit den vorgesehenen Geräten auf der Baustelle verdichtbar ist), ist die Nachbehandlungsdauer angemessen zu verlängern.
2) Bei Temperaturen unter 5 °C ist die Nachbehandlungsdauer um die Zeitspanne zu verlängern, während der die Temperatur unter 5 °C lag.
3) Alternativ darf die Lufttemperatur, die am Morgen um ca. 7 Uhr im Schatten gemessen wird, verwendet werden.